Installation über das Ubuntu-PPA (Launchpad)
Voraussetzungen: frisches Ubuntu Server 22.04 (Jammy), 24.04 (Noble) oder 26.04 (Resolute), sudo-Zugriff, Internetverbindung.
Diese Methode nutzt das offizielle Launchpad-PPA — ostserver wird über apt installiert und aktualisiert sich automatisch mit apt upgrade.
1. System aktualisieren
sudo apt update && sudo apt upgrade -y
sudo apt install -y curl wget gnupg2 ca-certificates lsb-release apt-transport-https2. INDI installieren
INDI ist die Hardware-Abstraktionsschicht, die Kameras, Montierungen, Fokussierer und Filterräder steuert. ostserver benötigt libindi1.
Seit August 2026 veröffentlicht das PPA ppa:mutlaqja/ppa nur noch für Ubuntu 26.04. OST stellt daher einen festen Satz INDI-2.2.4-Pakete — zusammen mit libxisf und gsc — in seinem eigenen Registry für alle drei LTS-Versionen bereit.
Laden Sie das zu Ihrer Ubuntu-Version passende Archiv herunter und installieren Sie dessen Inhalt:
# Je nach Version auswählen:
INDI_TAR=indi-deps-noble.tar # Ubuntu 24.04 (Noble)
# INDI_TAR=indi-deps-jammy.tar # Ubuntu 22.04 (Jammy)
# INDI_TAR=indi-deps-resolute.tar # Ubuntu 26.04 (Resolute)
wget "https://gitlab.ostserver.fr/api/v4/projects/1/packages/generic/indi-deps/2.2.4/${INDI_TAR}"
tar xf "${INDI_TAR}"
sudo apt install -y ./indi-deps/*.debapt löst die restlichen Abhängigkeiten (libgsl, liberfa, libpugixml …) automatisch über das universe-Repository — stellen Sie sicher, dass es aktiviert ist (siehe §4).
Das Paket gsc (Global Star Catalog, vom INDI-CCD-Simulator zur Erzeugung eines realistischen Sternfelds verwendet) ist im Archiv enthalten — kein manueller Schritt nötig.
3. Astrometry.net-Indizes installieren
Erforderlich für Plate Solving (Module Navigator und Polar).
sudo apt install -y astrometry.netDie Indexdateien sind nicht über apt verfügbar — manuell von http://data.astrometry.net/ herunterladen.
Laden Sie nur die zu Ihrem Setup passenden Indizes herunter. Als Faustregel: mit den Indizes 4208–4210 (weite Felder) beginnen, dann 4206–4207 ergänzen, falls Sie eine lange Brennweite haben. Die Indizes sind groß — jeweils mehrere Hundert MB.
Die zu Ihrem Setup passenden Zeilen auskommentieren:
# --- Weite Felder > 5° (Weitwinkel, kurze Brennweite) ---
sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4214.fits
sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4213.fits
sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4212.fits
sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4211.fits
sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4210.fits
sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4209.fits
sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4208.fits
# --- Mittlere Felder 1°–5° (lange Brennweite) — 12 Dateien pro Index ---
#sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4207-00.fits
#...
#sudo wget -P /usr/share/astrometry http://data.astrometry.net/4200/index-4206-11.fits4. Systemabhängigkeiten
Das Paket ostserver benötigt mehrere Qt6-Bibliotheken, GSL, cfitsio, libnova und StellarSolver.
apt löst diese automatisch, stellen Sie aber sicher, dass das universe-Repository aktiviert ist:
sudo add-apt-repository universe -y
sudo apt updatelibstellarsolver ist direkt in das Paket ostserver eingebettet — es gibt noch keine eigenständig veröffentlichte Qt6-Version.
5. Backend installieren: ostserver
Das offizielle OST-PPA hinzufügen und ostserver installieren:
sudo add-apt-repository ppa:gehelem/ostserver -y
sudo apt update
sudo apt install -y ostserverapt löst automatisch alle Abhängigkeiten. Das Paket ist für Ubuntu 22.04, 24.04 und 26.04 verfügbar — apt installiert automatisch die für Ihr System passende Version.
Das Paket installiert:
/usr/bin/ostserver— die Hauptbinärdatei/usr/lib/libost*.so— die Module (focus, guider, sequencer, navigator, planner, polar, inspector, indipanel, allsky)
Das Paket installiert und aktiviert automatisch den Dienst ostserver. Der Dienst läuft unter dem Benutzer, der sudo apt install ausgeführt hat, und das Verzeichnis /var/lib/osterix/media wird initialisiert.
ostserver lauscht per WebSocket auf Port 9624.
6. Frontend installieren: osterix
Die neueste Release vom GitLab OST herunterladen:
wget https://gitlab.ostserver.fr/api/v4/projects/6/packages/generic/latest/latest/osterix-front_latest.debDas Paket installieren (nginx wird automatisch mitinstalliert):
sudo apt install -y ./osterix-front_latest.debDas Paket installiert automatisch:
- Die statischen Angular-Dateien in
/var/www/osterix/ - Die Nginx-Konfiguration in
/etc/nginx/sites-available/osterix - Den symbolischen Link
/etc/nginx/sites-enabled/osterix - Lädt Nginx neu
7. Installation überprüfen
# Status der Dienste
sudo systemctl status ostserver
sudo systemctl status nginx
# Lauschende Ports
ss -tlnp | grep -E '80|9624|7624'
# ostserver-Logs in Echtzeit
sudo journalctl -u ostserver -f
# Nginx-Konfiguration testen
sudo nginx -t8. Erster Start
Über einen Browser im lokalen Netzwerk: http://<ip-der-maschine>/
- Den INDI-Server mit Ihren Treibern starten
- Die OST-Oberfläche öffnen →
http://<ip>/
Die Module sind über das Hauptmenü erreichbar.
Übersicht der Dienste
| Dienst | Rolle | Port |
|---|---|---|
ostserver | Backend C++/Qt, Astrofoto-Orchestrierung | 9624 (WebSocket) |
nginx | Liefert das Angular-Frontend aus | 80 |
indiserver | INDI-Hardware-Treiberschicht | 7624 |
Aktualisierung
sudo apt update && sudo apt upgrade -y
wget https://gitlab.ostserver.fr/api/v4/projects/6/packages/generic/latest/latest/osterix-front_latest.deb
sudo apt install -y ./osterix-front_latest.deb
sudo systemctl restart ostserverostserver aktualisiert sich über apt upgrade wie jedes andere Systempaket. Nginx lädt sich über das postinst-Skript des osterix-Pakets automatisch neu.
Deinstallation
sudo apt remove ostserver osterix-front
sudo systemctl disable --now ostserver
sudo rm /etc/systemd/system/ostserver.service
sudo systemctl daemon-reload